Die Brustvergrößerung ist heute weltweit einer der populärsten ästhetisch-chirurgischen Eingriffe. Bei einer Brustvergrößerung kann die Größe und die Form einer Brust durch Einlage eines Implantates verbessert werden. Eine Brustvergrößerung kann aus verschiedenen Gründen durchgeführt werden:
Persönlicher Wunsch der Patientin nach einer größeren Brust
Ausgleich von Volumenverlust nach Schwangerschaft (sog. Brust-Involution)
Ausgleich von Seitenunterschieden
Zur Brustrekonstruktion, z.B. nach Tumoreingriffen
Zur Verwendung kommen dabei in der Regel Silikongel-Implantate, alternativ können Kochsalzimplantate verwendet werden.
Durch schonende Verfahren und weiterentwickelte Implantatmaterialien und Designs ist die Brustvergrößerung heute ein schonendes und sicheres Verfahren zur Optimierung der Brustkontur.
In der Vergangenheit konnte die Patientin nicht viel mehr als die Größe auswählen. Heutzutage wird die Brust exakt vermessen, um die optimale Größe und Form des Implantates zu ermitteln, um ein individuell auf die einzelne Patientin ausgerichtetes optimales Resultat zu erzielen. Dadurch werden die Ergebnisse von Brustvergrößerungen besser vorhersehbar und das erzielte Ergebnis wirkt natürlicher als in der Vergangenheit.
Dauer
1 Stunde
Narkose
Vollnarkose
Implantate
Silikon-Gel (Kohäsiv-Gel) oder Kochsalz-Lösung
Drainagen
in der Regel keine
Hautfäden
selbstauflösend
Stationärer Aufenthalt
ambulant oder 1 Übernachtung
Postoperativ
4-6 Wochen Stütz-BH 4-6 Wochen kein Sport, kein schweres Heben Arbeitsfähig: nach wenigen Tagen bis 1 Woche (wichtig: eine Arbeitsunfähigkeits-bescheinigung darf bei kosmetischen Eingriffen nicht ausgestellt werden) Physische Kontakte: nach 3-4 Wochen
Schwellung
für 3-6 Monate
Narben
verblassen nach 6-18 Monaten
Der Zugang erfolgt entweder über einen kleinen Schnitt in der Unterbrustfalte (inframammärer Zugang, häufigste Variante), am Brustwarzenhof (periareolärer Zugang) oder in der vorderen Achselhöhle (transaxillärer Zugang). Das Implantat kommt entweder auf dem Brustmuskel, direkt unterhalb der Brustdrüse oder unter dem Brustmuskel zu liegen.
Die heute im Allgemeinen eingesetzten Implantate bestehen aus einer festeren Silikon-Kunststoffhülle und sind entweder mit steriler Kochsalzlösung oder Silikongel gefüllt. Dem Verhalten in Form und Gefühl der weiblichen Brust am nächsten kommen dabei die Silikongel-gefüllten Implantate. Ein Kochsalzlösung-gefülltes Implantat wird sich immer wie ein wassergefüllter Ballon verhalten und sich deshalb auch unter der Haut unnatürlicher anfühlen.
Um Silikongel-Implantate hat es in den letzten Jahren immer wieder Diskussionen gegeben, daher hier einige aufklärende Informationen:
1992 wurden nach heftiger öffentlicher Diskussion in den USA Silikongel-Implantate vorübergehend vom Markt genommen. Es war zu Klagen gekommen, da man versucht hatte, Silikongel-Implantate mit verschiedensten Krankheitssymptomen und Erkrankungen in Verbindung zu bringen. Daraufhin wurden mehrere große Studien gestartet, an denen insgesamt über 70.000 Patientinnen teilnahmen, um die Sicherheit dieser Implantate zu untersuchen. In den USA konnten während dieser Zeit Silikongel-Implantate nur im Rahmen eines strengen Studienprotokolls und nur zur Rekonstruktion und nicht zu ästhetischen Indikationen verwendet werden. 2005 wurden diese Studien nun abgeschlossen und ausgewertet und die Ergebnisse von der FDA (Food and Drug Administration), der in den USA zuständigen Behörde, veröffentlicht. Danach wird der Einsatz von Silikongel-Implantaten als unbedenklich eingestuft und diese Implantate wieder für den Einsatz sowohl im rekonstruktiven wie auch ästhetischen Bereich zugelassen. Wichtig zu erwähnen dabei ist, dass während dieser gesamten Zeit in Europa und insbesondere in Deutschland Silikon-Implantate für alle Indikationen zugelassen waren und die in den USA geäußerten Bedenken bei uns als nicht zutreffend angesehen wurden. Zusammenfassend kann daher gesagt werden, dass kein Zusammenhang zwischen irgendwelchen Erkrankungen oder medizinischen Risiken und Silikongel-Implantaten nachgewiesen werden konnte.
Die Entwicklung von Brustimplantaten hat in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht. Sie sind in Qualität, Haltbarkeit, Sicherheit, Form und Auswahl nicht mehr mit den Implantaten früherer Generationen vergleichbar. Ein wesentlicher Fortschritt ist die Verwendung so genannter Kohäsivgele. Diese Gele sind so vernetzt, dass das Gel nicht mehr zerlaufen kann, die Form besser hält und sich dennoch natürlich anfühlt. Würde man zum Beispiel ein solches Implantat in der Mitte durchschneiden, zerfließen die Gelkomponenten in den einzelnen Hälften nicht mehr, sondern verbleiben in der jeweiligen Hälfte und behalten ihre Form. Die Wahrscheinlichkeit dass bei einer Verletzung des Implantates Silikongel in das Gewebe ausläuft ist dadurch deutlich verringert worden.
Des Weiteren wird heute eine Vielzahl von Formen angeboten, um individuell für die Patientin das besten Ergebnis zu erzielen.